Ich denke, dass es jedem klar sein sollte, dass man zu Führen eines Fahrzeugs einen passenden Führerschein braucht.
Das dachte ich auch.
Da ich ja nun bereits 55 bin, dachte ich auch, dass der „alte“ Führerschein ja automatisch bis zu 7,5 Tonnen gültig ist.
Stimmt ja generell, aber! Und das „aber“ hat es in sich.
Zuerst kommt der Verkauf, dann die Probleme. Aber nicht für die Verkäufer.
Das musste ich leider auf die harte Tour lernen.
Die Wohnmobilverkäuferin fragt nicht, nach, ob ich denn schon einen passenden Führerschein habe. Warum auch. Ich bin ja anscheinend alt genug.
Der Versicherungsmakler fragt nicht nach, na ja, warum sollte der auch, das könnte ja was mit „Service“ zu tun haben.
Aber der Oberhammer ist, dass der Fahrschullehrer und die Dame an der Rezeption trotz meiner Frage, ob Sie den Führerschein sehen wollen, mir die Antwort geben „den brauchen wir nicht“!
O.K. mal nachdenken. Spätestens der sollte das doch eigentlich wissen. Aber anscheinend egal, weil man ja hier ist, um Übungsstunden zu machen. (übrigens nicht ganz billig).
Und jetzt kommt der Hammer. Seit einiger Zeit müssen ALLE, die das 50te Lebensjahr vollendet haben, alle 5 Jahre eine Verlängerung beantragen. Dafür braucht man dann einen Sehtest, eine ärztliche Untersuchung und etwas Papierkram. Das ist eigentlich kein Ding.
Ist es aber schon, wenn man wie ich 55,5 Jahre alt ist und von dieser Regel bisher nichts gewusst hat.
Schauen wir doch mal auf meinen Führerschein. Der ist am 28.04.1988 ausgestellt worden.
Am 11.05.1967 wurde ich 50. Vollendet ist das Lebensjahr also am 10.05.2018.
Heute ist der 15.09.2022. also schlappe 4,5 Jahre zu spät.
Wichtig hierbei sind der C1 und der C1E Schein. (ohne und mit Anhänger)
Aufgrund einer längeren Vorlaufzeit solltet Ihr also immer 8-10 Wochen vor dem Ablauf das Ganze beantragen, sonst wird das rechtzeitig nix.
Wer dann weiterfährt, macht das ohne gültige Fahrerlaubnis und kann im schlimmsten Falle mit 180 Tagessätzen und Knast rechnen.
Keine schöne Aussicht!
Tipps und was ich daraus gelernt habe:
- Vertraue nicht darauf, dass jemand, der Dir was verkauft, auch danach fragt, ob Du das überhaupt nutzen darfst.
Weder den Wohnmobil-Verkäufer, noch den Versicherungsvertreter und schon gar nicht dem Fahrschullehrer.
Leider ist da ja auch niemand dazu verpflichtet. - Informiere doch rechtzeitig zur Verlängerung und mache es einfach mal „prophylaktisch“, auch wenn Du noch gar nicht den Plan hast ein Wohnmobil zu fahren.
- Beachte, dass die Ausbildung samt Prüfung aktuell ca. € 2.000,– kostet. Das muss man erst einmal eingeplant haben.
- Ein Termin bei Augenarzt kann dauern. Ich bekomme erst einen in 2 Wochen. Der geht nicht überall, wegen notwendiger Geräte und dem notwendigen Personal.
Wo kann man nachfragen oder Hilfe bekommen:
- Wenn Ihr ADAC Mitglied sein, dann gibts die ADAC-Rechtsberatung erstmal kostenfrei
- Beim Bürgertelefon bestätigt man Euch zwar, dass es so ist, aber Ihr bekommt keine verbindliche Auskunft
- In der Führerscheinstelle (hier KVR-Kreisverwaltungsreferat in München) muss man alles schriftlich einreichen. Am Telefon werden keine Fragen beantwortet
- Auf diversen Webseiten wird die Thematik erläutert, aber nirgends zu 100 % und schon gar nicht die Regeln der einzelnen Bundesländer, da diese abweichen und auch die Mitarbeiter im Amt hier wohl eine gewisse „Entscheidungsbefugnis“ haben. Also immer recht freundlich bitte!
- Ein Beispiel findet Ihr hier im Link mit recht ausführlichen Informationen. (externe Quelle. Keine Gewährleistung)